Fortbildung für Fachteams: Erfahrung als Expertise

Fortbildung für Fachteams: Erfahrung als Expertise

Wie gelebtes Wissen die Versorgung stärkt

Die Perspektive, die ein Fachsystem nicht aus sich selbst erzeugen kann.

„Für Teams in Suchthilfe, Psychiatrie und Beratung, die Erfahrungswissen als Ressource verstehen und nutzen wollen“

Format: Fortbildung / Inhouse-Fachtag, halb- bis ganztags Zielgruppe: Fachteams in Suchthilfe, Psychiatrie, Beratungsstellen, bei Trägern und in der Aus- und Weiterbildung

Worum es geht:

  • Was Erfahrungswissen ist – und was es ausdrücklich nicht ist.
  • Warum die Innenperspektive der Betroffenen im Fachsystem strukturell fehlt.
  • Komorbidität aus doppelt gelebter Sicht: Sucht und Psyche zugleich.
  • Wie Peers und Fachkräfte auf Augenhöhe zusammenarbeiten, statt nebeneinanderher.
  • Wie Erfahrungsexpertise zu einer verlässlichen Ressource für Ihr Team wird.

Ziel: Erfahrungswissen verstehen, einordnen und in die eigene Praxis integrieren

Diese Fortbildung erklärt Fachleuten nicht ihre Arbeit. Sie bringt die eine Perspektive ein, die in jedem noch so guten Fachteam fehlt – die von innen.

Kurzbeschreibung

Worum es in dieser Fortbildung geht

Sie kennen Sucht und psychische Erkrankungen fachlich. Sie brauchen niemanden, der Ihnen Diagnostik, Krankheitsbilder oder Behandlungspfade erklärt. Genau deshalb ist diese Fortbildung anders angelegt als übliche Fachvorträge.

Sie bringt das ein, was Fachlichkeit von außen nicht leisten kann: die reflektierte Innenperspektive. Wie fühlt sich das Hilfesystem von der anderen Seite an? Warum verschließen sich Menschen, warum öffnen sie sich? Wo hilft, was gut gemeint ist – und wo verletzt es? Und wie lässt sich diese Perspektive so einbringen, dass Ihr Team konkret davon profitiert?

Der Ansatz kommt aus der Zusammenarbeit von Erfahrung und Fachlichkeit auf Augenhöhe – dem Grundgedanken, den auch das HelpEx-Curriculum verfolgt, auf dessen Grundlage ich mich derzeit zum Genesungsbegleiter qualifiziere: ein Rahmen, der ausdrücklich für die Schnittstelle von Suchthilfe und psychischer Gesundheit entwickelt wurde.

Kernbotschaft

Die zentrale Botschaft

Erfahrungswissen ist kein Ersatz für Fachlichkeit – und Fachlichkeit ist kein Ersatz für Erfahrungswissen.

Beide sehen dasselbe von verschiedenen Seiten. Fachlichkeit sieht von außen nach innen. Erfahrung sieht von innen nach außen. Erst zusammen entsteht das ganze Bild.

Der Wert dieser Fortbildung liegt nicht darin, dass ich mehr über Sucht wüsste als Sie. Er liegt darin, dass ich etwas anderes sehe – und Ihnen helfe, dieses Andere als Ressource zu nutzen.

Warum das Fachteams betrifft

Warum die Innenperspektive fehlt – und was das kostet

Jedes Fachteam trifft täglich Entscheidungen über Menschen, deren Innenerleben es nur vermittelt kennen kann. Das ist keine Schwäche, sondern eine strukturelle Grenze der Fachperspektive: Man kann Sucht behandeln, ohne sie erlebt zu haben.

Aber diese Grenze hat Folgen. Angebote, die fachlich richtig sind, erreichen Menschen manchmal nicht – weil sie an einem Innenerleben vorbeigehen, das niemand im Raum kennt. Genau dort entstehen Abbrüche, Widerstände und das frustrierende Gefühl, „alles richtig gemacht“ zu haben und trotzdem niemanden erreicht zu haben.

Erfahrungsexpertise schließt diese Lücke nicht durch mehr Fachwissen, sondern durch eine zweite Sehachse. Und die Zusammenarbeit von Peers und Fachkräften ist einer der wirksamsten Wege, Versorgung menschennäher und wirksamer zu machen.

Inhalte / Agenda

1. Erfahrungswissen verstehen – und abgrenzen

Was genau ist reflektiertes Erfahrungswissen, und wodurch unterscheidet es sich von bloßer Betroffenheit? Wo liegt die Grenze zwischen hilfreicher Perspektive und unreflektierter Übertragung eigener Geschichte? Eine klare Einordnung als Fundament.

2. Die zweite Sehachse – Innen- und Außenperspektive

Wie unterscheidet sich der Blick von innen vom fachlichen Blick von außen? An konkreten Situationen wird sichtbar, wo beide Perspektiven auseinandergehen – und warum genau diese Reibung wertvoll ist.

3. Komorbidität aus doppelter Sicht

Der Kern meines Zugangs: Sucht und psychische Belastung nicht getrennt, sondern als gleichzeitiges Erleben. Was bedeutet es, wenn das Hilfesystem in Zuständigkeiten denkt, während der Mensch beides zugleich lebt? Und was folgt daraus für Ihre Praxis?

4. Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Wie gelingt die Kollaboration von Peers und Fachkräften konkret – jenseits von Symbolik? Welche Rollen, Grenzen und Haltungen braucht es, damit aus Nebeneinander ein echtes Miteinander wird? Hier fließt der HelpEx-Gedanke unmittelbar ein.

5. Haltung: Recovery, Ressourcen, Entstigmatisierung

Zum Abschluss der verbindende Rahmen: eine recoveryorientierte, ressourcenorientierte Haltung, die nicht in gesund und krank einteilt, sondern Wege sichtbar macht – und die Stigmatisierung dort abbaut, wo sie im Fachalltag unbemerkt weiterwirkt.

Für wen geeignet?

Geeignet für

Teams der Suchthilfe die Erfahrungswissen systematisch in ihre Arbeit einbeziehen oder Peer-Arbeit vorbereiten wollen.

Psychiatrische Einrichtungen und Kliniken die Komorbidität ernst nehmen und die Innenperspektive in ihre Teams holen möchten.

Beratungsstellen und Träger die ihre Angebote menschennäher und anschlussfähiger gestalten wollen.

Aus-, Fort- und Weiterbildungsinstitute die angehenden Fachkräften die Perspektive der Erfahrung vermitteln möchten.

Format / Dauer

Die Fortbildung wird an Team, Vorerfahrung und Anlass angepasst.

Kompakt (halbtags)

Einführung in Erfahrungswissen, die zweite Sehachse und die doppelte Perspektive auf Komorbidität.

Vertieft (ganztags)

Vollständiger Durchgang mit Fallarbeit, Reflexion der eigenen Teampraxis und konkreten Ansätzen für die Zusammenarbeit von Peers und Fachkräften.

Als Reihe

Für Einrichtungen, die Erfahrungsexpertise strukturell verankern wollen, ist eine mehrteilige Begleitung möglich.

Ergebnis / Nutzen

Was Ihr Team mitnimmt

Nach der Fortbildung versteht Ihr Team, was Erfahrungswissen ist, wo es hilft und wo seine Grenzen liegen. Es erkennt die eigene strukturelle Innen-Lücke – nicht als Vorwurf, sondern als Ansatzpunkt. Und es hat konkrete Vorstellungen davon, wie Erfahrungsexpertise und Fachlichkeit zusammenwirken können.

Das Ergebnis ist keine neue Methode und kein zusätzliches Verfahren – sondern ein erweiterter Blick, der Ihre vorhandene Fachlichkeit wirksamer macht.

Qualifikation und Transparenz

Woher meine Erfahrung kommt

Ich spreche aus reflektierter eigener Erfahrung mit Sucht und psychischer Belastung, aus langjähriger Selbsthilfe- und Gremienarbeit – und aus einer laufenden Qualifizierung.

Seit Februar 2026 befinde ich mich in der Ausbildung zum Genesungsbegleiter nach dem Caritas-HelpEx-Curriculum – einem Rahmen, der eigens für die Schnittstelle von Suchthilfe und psychischer Gesundheit entwickelt wurde. Diese Ausbildung ist eine Qualifizierung im Bereich der beruflichen Bildung, kein rechtlich geschützter Berufsabschluss.

Ich sage das bewusst offen, denn es entspricht meinem Grundsatz: Respekt nährt sich aus Wissen, Erfahrung und Transparenz. Ich behaupte nicht mehr, als ich bin – und genau das ist die Haltung, die ich auch in Ihre Teams trage.

Professionelle Abgrenzung

Was die Fortbildung nicht leistet

Diese Fortbildung ersetzt keine fachliche Aus- oder Weiterbildung, keine Supervision und keine Therapie. Sie vermittelt keine Diagnostik und keine Behandlungsmethoden – das ist Ihre Fachlichkeit, nicht meine Aufgabe.

Sie ergänzt Ihre Fachlichkeit um eine Perspektive, die diese aus sich selbst heraus nicht erzeugen kann: die reflektierte Sicht von innen.

Im Mittelpunkt stehen nicht Diagnosen, sondern Perspektiven, Zusammenarbeit, Haltung und die Menschen, um die es geht.

„Meine Formate entstehen im Rahmen eines geförderten gemeinwohlorientierten Entwicklungsprozesses. Für ausgewählte Pilotpartner sind Referenzkonditionen möglich.“

Kontakt

Aufnehmen

STEFAN FRIEDLEIN

Kampenwandstr. 26

85586 Poing

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0162 / 755 35 20

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